Arch Linux – XFCE4 – Autostart, Autologin, Neustarten und Herunterfahren

Ich nutze auf meinem Media-PC, dem Zotac MAG HD-ND01, welcher über die VESA-Bohrung an die Rückseite meines LCD-TVs geschraubt ist, die Linux-Distribution Arch Linux mit der Desktopumgebung XFCE4 und dem Mediacenter XBMC. Ich habe mich für XFCE und nicht für Gnome entschieden, weil XFCE einfach wesentlich schneller gestartet wird, es schlanker ist und ich den Vorteil der Benutzerfreundlichkeit, welchen Gnome definitiv hat, nicht benötige –  da das XBMC Media Center sowieso gleich nach dem Booten gestartet wird.

Arch Linux Logo

Eine Anleitung möchte ich euch nicht vorenthalten, da es kleinere Stolpersteine bei der Einrichtung gibt und man sonst eventuell den Computer nicht als normaler Benutzer herunterfahren kann.

Zuerst installieren wir in einem Schwung Xorg, XFCE4 und diverse Icons sowie Schriftarten, …

… dann legen wir einen normalen Benutzer an und setzen gleich das Kennwort für diesen.

Nun melden wir uns mit diesem normalen User an, …

su – USERNAME

… und bearbeiten die .bash_profile im Userhome, damit automatisch der X-Server gestartet wird, wenn die virtuelle Konsole tty1 ist. 

vi /home/USERNAME/.bash_profile
if [ „$(tty)“ = „/dev/tty1“ ]; then

startx
fi

Jetzt bearbeiten wir die .xinitrc, damit unser X-Server die Desktopumgebung XFCE startet.

vi /home/USERNAME/.xinitrc
exec ck-launch-session startxfce4

Da wir nun wieder tiefer ins System eingreifen müssen, wechseln wir wieder zurück zum User root und …

su – root

… installieren mingetty, welches uns Autologins an einer virtuellen Konsole ermöglicht.

yaourt -S mingetty fakeroot patch gcc

Dieses besagte Autologon müssen wir noch in der inittab einrichten.

vi /etc/inittab

c1:2345:respawn:/sbin/mingetty –autologin USERNAME tty1 linux
c2:2345:respawn:/sbin/agetty -8 38400 tty2 linux
c3:2345:respawn:/sbin/agetty -8 38400 tty3 linux
c4:2345:respawn:/sbin/agetty -8 38400 tty4 linux
c5:2345:respawn:/sbin/agetty -8 38400 tty5 linux
c6:2345:respawn:/sbin/agetty -8 38400 tty6 linux

Damit unser normaler Benutzer den Computer aus der Desktopumgebung heraus auch herunterfahren kann, benötigen wir hal (Hardware Abstraction Layer). Dieser muss natürlich auch automatisch gestartet werden.

pacman -S hal
vi rc.conf

DAEMONS=(syslog-ng dbus hal network netfs crond sshd alsa lircd)

UPDATE_2011-07-26:

Aufgrund der vielen Kommentare habe ich mir noch einmal die Konfiguration angeschaut. 😉

Wir bearbeiten die inittab, damit im Runlevel 5 gebootet wird und der X-Server für USERNAME gestartet wird. Durch den Start im Runlevel 5 muss die virtuelle Konsole nicht über vlock abgesichert werden.

In der userabhängigen Datei .xinitrc legen wir fest, dass der X-Server die Desktopumgebung Xfce4 (ohne Login-Manager) starten soll.

UPDATE_2012-05-22: bis Xfce 4.10

UPDATE_2012-05-22: ab Xfce 4.10

Nun legen wir in der Datei sudoers noch fest, dass jeder Benutzer in der Gruppe wheel (Info) den Computer herunterfahren kann.

vi /etc/sudoers
## Shutdown by User
%wheel ALL = NOPASSWD: /usr/lib/xfce4/session/xfsm-shutdown-helper

Fertig – viel Spaß mit eurem frischen Xfce4

Weiterführende Links:

Arch Linux – Installation
Arch Linux – Installation mit verschlüsseltem LVM
Arch Linux – Installation mit WLAN-Verbindung – wireless_tools und wpa_supplicant

Quellen:
Arch Linux Wiki – Xorg
Arch Linux Wiki – Xfce
Xfce – Sitzungsverwaltung
xfce4, hal und shutdown/reboot als normaler user

Veröffentlicht von

_nico

Mac-User aus Leidenschaft, Blogger seit Oktober 2009, 88er Baujahr, technikaffin. Ich fühle mich aber nicht nur auf Apple'schen Betriebssystemen zu Hause, alles was eine Shell hat, interessiert mich besonders! Ihr findet mich auch auf Twitter und Google+.

17 Gedanken zu „Arch Linux – XFCE4 – Autostart, Autologin, Neustarten und Herunterfahren“

    1. 1) Gute Idee, habe mich angemeldet.
      1.1) Im Ubuntuusers Planeten darf man auch über anderen Linux Distributionen schreiben, oder irre ich mich?

      2) Weil ich ab und an mal über den Media-PC mit Chromium surfe, mal etwas Spezielles ausprobieren möchte oder/und ich somit einen weiteren normalen Client im Haushalt habe. 🙂

      1. Zu 2)

        Dafür würde es aber auch ein einfacher WM und evtl. noch ein Panel/Launcher tun was wesentlich weniger Ressourcen als XFCE verbrät und wohl auch noch mal einen Tick schneller ist.

  1. Ein „&“ im Titel ist aber böse: Das macht im Planeten immer Ärger und darf im Deutschen auch nur in Firmenbezeichnungen verwendet werden. Die Abkürzung für und ist „u.“. Aber ich wollte ja nicht nur klugscheißen 😉

    Hast du direkte Erfahrungen mit dem Vergleich von Gnome und XFCE? Ist letzteres wirklich noch so viel schneller. Ich höre so oft gegenteiliges, was mich immer von einem Wechsel abhält. So viel weniger Komfort kann ich bei XFCE im Vergleich zu Gnome nämlich nicht erkennen.

    Und gerade jetzt wo Gnome 3 erst warm werden muss, wäre eine Alternative ja ganz schön.

    1. @ sebastian232

      Danke für die Info – das wusste ich nicht – das stammt doch aus Wikipedia. :-p
      Habe es mal in „und“ geändert.

      Ich finde XFCE schon unkomfortabler als GNOME2, mit GNOME3 kann ich mich gar nicht anfreunden. Darum bin ich jetzt auch auf Arbeit zu XFCE gewechselt, es ist halt anderes – man muss sich halt dran gewöhnen – aber nach ein paar Stunden ist es so, wie man es will. 🙂

      Viele Grüße
      Nico

  2. Mein Autologin geschieht einzig via

    x:5:once: /bin/su $USER -l -c „/bin/bash –login -c startx“

    Das muß in der inittab weiter unten stehen, bei den ganzen Zeilen, die mit x5… beginnen (den Rest auskommentieren), dazu braucht man dann auch kein mingetty und muß die inittab auch nicht weiter anpassen. Weiß aber nicht, ob es da irgendwelche Sicherheitsbedenken gibt oder so.

  3. 1. Es heißt Xfce, nicht XFCE.
    2. Für den Autologin lässt sich ganz gut SLiM verwenden.
    3. Und ehrlich, hal? Bitte, BITTE wirf es runter. Hal ist böse und wird von Xfce4.8 nicht mehr benutzt.

    killermoehre

  4. Hi,

    ma wieder super HowTo! Unglücklicherweise hat sich mein ZOTAC ZBOX HD-ND02 mit Ubuntu letztens zerschossen und xbmc startet nicht mehr (zeigt, wenn überhaupt, den Home Screen von XBMC) und verabschiedet sich dann … nach löschen des XBMC Verzeichniss läuft es wieder, aber ich hab keine Lust nochmal alle Add-Ons wie auch Video Daten zu installieren -.-

    Überlege nun auch nen Wechsel und mir ein minimal System aufzubauen, da mir Ubuntu (mit Gnome) auch n Tick länger bootet als erwünscht ^^ Allerdings liebäugele ich hier mit Gentoo 🙂

    Und ich kann killermoehre da nur zustimmen, HAL gehört zur Achse des Bösen und sollte nicht mehr verwendet werden! Stattdessen sollte man auf udev umsteigen, bzw DeviceKit, was aber nun in udev integriert wurde …

  5. Klar kannst du ber andere distris betichten, jedoch nervt es umwahrscheinlich, da ich infos übet ubuntu lesen möchte und nicht über arch linux. Bitte poste deine arch linux beiträge nicht mehr auf planet.ubuntuusers.de. danke

  6. Ich will kein großes Streitgespräch daraus machen. Ich habe nur gesagt, dass es stört. es ist Deine Entscheidung. Wenn Du weiter Arch-Beiträge im Ubntu-Planeten posten möchtest, dann ist das Deine Entscheidung. Bedenke bitte, dass es ein Arch-Linux-Planet gibt.

  7. Seit 4.10 wird Xfce nicht mehr per »exec ck-launch-session startxfce4«, sondern per »exec startxfce4 –with-ck-launch« gestartet. Außerdem ist der Leiste eventuell ein Separator hinzuzufügen, da die Fenster-Liste nicht mehr automatisch so viel Platz wie möglich belegt und deswegen manche Elemente nicht mehr rechtsbündig sind.
    Wenn man ConsoleKit verwendet, braucht man auch nicht den Eintrag, dass %wheel den Rechner herunter fahren darf, da CK per PolKit die Rechte automatisch vergibt.

    killermoehre

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