Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

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Fensterputzroboter hatte ich schon ein paar auf der Scheibe hängen, aber der ECOVACS WINBOT W3 OMNI geht einen Schritt weiter: Er bringt eine Station mit, die das Wischpad nach jedem Einsatz automatisch wäscht und wieder einsatzbereit macht.
Auf dem Papier klingt das nach „möglichst wenig selber machen“ – inklusive intelligenter Navigation, Kantenreinigung und einem recht umfangreichen Sicherheitspaket.

Ich habe den WINBOT jetzt über mehrere Wochen an klassischen Fenstern und bodentiefen Scheiben laufen lassen. Hier mein Eindruck aus der Praxis.

Key-Facts & Technische Daten

Ein paar Marketingtexte und technische Daten kann ich euch nicht ersparen, bevor es losgeht:

  • Vortex Wash, das branchenweit erste integrierte Reinigungssystem für Wischpads: Kein manuelles Reinigen oder Berühren von verschmutzten Pads mehr!
  • TruEdge-Technologie: Exklusive, selbst entwickelte TruEdge-Technologie, Smart Lift für eine gründliche Reinigung ohne Kreuzkontamination.
  • WIN-SLAM 5.0: Dank des verbesserten WIN-SLAM 5.0-Algorithmus und der intelligenten Multi-Sensor-Erkennung umgeht der WINBOT W3 OMNI Hindernisse dynamisch mit einer Genauigkeit von 1 mm.
  • 12-stufiger Schutz: Mit dem 12-stufigen Schutzsystem von Hardware- und Software-Support bietet der WINBOT W3 OMNI ein Höchstmaß an Sicherheit und Sauberkeit bei der Fensterreinigung. 
  • Drei-Düsen-Weitwinkel-Sprühtechnologie: Die Drei-Düsen-Weitwinkel-Sprühtechnologie sorgt in Kombination mit dem Nasswischmopp für eine effiziente und effektive Reinigung.
Reinigungsgeschwindigkeit ca. 1 Min. 35 Sek. pro m²
Saugleistung/Anpressdruck3300 Pa Saugkraft / 10.000 Pa Haftkraft
Geräuschpegelca. 68 dB
Akkulaufzeit (Intern)Bis zu 130 Minuten (30 Min. Halt bei Stromausfall)
Abmessungen/Gewicht270 x 270 x 76 mm, 2,1 kg
Mindestgröße Fenster30 x 40 cm, Glasdicke ab 3 mm

Lieferumfang

Beim Auspacken war direkt klar: Das ist kein kleines Gadget, sondern ein System, das Platz braucht.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI Lieferumfang 800x600 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation
  • WINBOT
  • OMNI-Station mit integriertem
    • Strom- und Sicherheitskabel
    • Frisch- und Schmutzwassertank
    • ein montiertes Wischpad samt Rahme
  • ein weiteres Pad
  • eine Flasche ECOVACS-Reiniger
  • ein bisschen Papierkram
  • ein Zusatzakku

Erster Eindruck

Wenn man die Station aus dem Karton hievt, merkt man das Gesamtgewicht deutlich. Das Ding steht dafür wie ein Fels, wirkt wertig und eher wie eine Mini-Waschmaschine. Vorne gibt es ein Sichtfenster, durch das man die Bürsten beim Waschen rotieren sieht – unnötig, aber irgendwie nett.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI Station im Detail 800x217 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

Der Roboter selbst ist relativ kompakt, die Haptik passt. Nichts klappert, das Pad lässt sich mitsamt Rahmen sauber ein- und ausklicken, und die Unterseite ist logisch aufgebaut: Wischpad, Düsen, Dichtungen, Sensoren, fertig.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI Roboter im Detail 800x205 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

Kleiner Haken: Die Pads sind fest auf einem Rahmen verklebt. Das ist für die Station sinnvoll, weil der komplette Rahmen gewaschen wird – bedeutet aber auch: Kein „mal eben in die Waschmaschine“ wie bei klassischen Klettpads.

Was mir direkt gefallen hat: Das kombinierte Strom-/Sicherheitskabel wird nach der Nutzung automatisch in die Station eingezogen. Ich muss also nicht nach jedem Einsatz irgendwelche Kabel sauber aufwickeln – kein Gamechanger, aber so ein Detail, das im Alltag einfach angenehm ist.

Einrichtung

ECOVACS WINBOT W3 OMNI Einrichtung 800x341 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

Die Einrichtung ist ECOVACS-Standard:

  • ECOVACS HOME App installieren
  • WINBOT hinzufügen
  • WLAN, Konto, Firmware – das übliche Setup eben.
ECOVACS WINBOT W3 OMNI Firmware Update 800x341 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

Dann füllt man den Frischwassertank an der Station, steckt Schmutzwassertank und Wischpad-Rahmen ein, hängt das 2‑in‑1‑Kabel an den Roboter und befestigt optional die Sicherheitsleine am Fensterrahmen oder einer stabilen Öse.

An der Scheibe saugt sich der WINBOT mit Unterdruck fest und meldet sich per Sprachausgabe, sobald er bereit ist. Die App ist wie bei den ECOVACS-Saugrobotern: etwas überladen, aber nach fünf Minuten weiß man, wo was ist.

Die Erstinbetriebnahme lief bei mir unspektakulär – kein Verbindungsdrama, keine WLAN-Orgien.
Einmal eingerichtet, bleibt das so, man muss den Roboter nur noch von Fenster zu Fenster tragen.

Einstellungsmöglichkeiten

Der W3 OMNI kann deutlich mehr als nur „Start drücken und hoffen“.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI Welcher Reinigungsmodus 800x341 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

In der App stehen mehrere Reinigungsmodi zur Verfügung, die in der Praxis tatsächlich einen Unterschied machen:

  • Fast / Schnellreinigung – für leicht verschmutzte Fenster, schneller fertig, größere Bahnen.
  • Gründliche Reinigung – engere Bahnen, mehr Überlappung, dauert länger, putzt aber sichtbar intensiver.
  • Tiefen / Intensivreinigung – für länger nicht geputzte oder stärker verschmutzte Glasflächen.
  • Spot / Punktreinigung – mehrfaches Überfahren einer kleinen Fläche, ideal für einzelne fiese Flecken.
  • Kantenreinigung – fokussiert auf Rahmen und Ränder.
  • Zonenreinigung – für große Glasflächen, z. B. obere Fensterhälfte oder definierte Bereiche.

Dazu kommt eine manuelle Steuerung in der App, mit der ich den Roboter wie ein RC‑Auto über die Scheibe schieben kann – inklusive manuellem Sprühstoß für hartnäckige Stellen. Praktisch, wenn man zum Beispiel nur einen bestimmten Bereich reinigen will.

Putzen – wie sauber wird es wirklich?

Kommen wir zum eigentlichen Punkt: Wie gut putzt das Ding und wie sehen die Scheiben danach wirklich aus?

Reinigungsleistung im Alltag

Auf normal verschmutzten Fenstern (Alltagsstaub, Fingerabdrücke, leichter Pollenfilm) liefert der WINBOT W3 OMNI ein Bild, mit dem ich gut leben kann: Die Fenster sind nach einem Durchgang sichtbar sauberer, der Grauschleier ist weg und die Fläche wirkt gleichmäßiger. Gerade auf größeren Glasflächen – bodentiefe Fenster, Terrassentüren – fällt der Unterschied sofort auf.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI beim Spruehstoss 600x800 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

Bei stärker verschmutzten Flächen (mehrere Monate nicht geputzt, Außenseite mit Wasserflecken, Pollen, Vogelkot) muss man realistisch bleiben:

  • Ein einfacher Schnellmodus reicht dann nicht.
  • Mit Tiefen- oder gründlicher Reinigung und ggf. einem Spot-Durchgang bekommt man die Fenster aber auch in diesem Zustand gut in den Griff.

Ich hatte bei stark verschmutzten Außenflächen allerdings öfter den Fall, dass nach dem ersten Durchgang noch ein leichter Schleier zu sehen war – der zweite Durchgang hat das dann aber weitgehend beseitigt.

Schlieren und Ecken

Ganz ehrlich: komplett schlierenfrei wie nach sorgfältigem Handwischen mit Abzieher wird es nicht. Je nach Lichteinfall sieht man feine Spuren in Fahrtrichtung, vor allem an der Stelle, an der der Roboter seinen Lauf beendet und stehen bleibt.

Die TruEdge-Kantenreinigung macht einen guten Job und kommt wirklich nah an den Rahmen ran, besser als ältere Generationen. Trotzdem bleibt in den äußersten Ecken ein kleiner Restbereich, der bei sehr kritischem Blick auffällt. Das ist konstruktionsbedingt und derzeit bei so ziemlich allen Fensterrobotern so.

Ich habe mir angewöhnt:

  • WINBOT laufen lassen
  • Danach, wenn es „perfekt“ sein soll, einmal kurz mit einem trockenen Mikrofasertuch gezielt die Ecken und den letzten Haltpunkt nachwischen

Das dauert zwei Minuten, ist aber immer noch Welten entspannter, als die komplette Scheibe per Hand zu bearbeiten.

Wie erzielt man die besten Ergebnisse?

Ein paar Dinge haben sich im Test als „Must-have-Routine“ herausgestellt:

  1. Grobe Verschmutzungen vorher runterholen
    Spinnweben, toter Insektenschmodder oder grober Sand gehören nicht aufs Pad. Einmal kurz mit einem Handfeger oder trockenen Tuch drüber reduziert Kratzrisiko und spart der Station Arbeit.
  2. Pad vor dem ersten Putzen waschen lassen
    Wenn man das Pad direkt aus dem Karton aufs Fenster schickt, kann es anfangs etwas zu feucht sein und mehr schmieren als nötig. Einmal Vortex-Waschgang vor der ersten Fahrt hat bei mir die besten Ergebnisse gebracht.
  3. Nicht am Waschvorgang sparen
    Der WINBOT meldet sich regelmäßig und will das Pad in die Station – das kann man ignorieren, sollte man aber nicht. Lässt man ihn zu lange mit demselben Pad fahren, holt er immer weniger Dreck runter und verteilt mehr.
  4. Den richtigen Modus wählen
    • Fast Clean für „regelmäßige Pflege“.
    • Gründlich / Tiefenreinigung für Fenster, die länger nicht gemacht wurden.
    • Spot-Modus für gezielte Flecken.
  5. Die richtigen Flächen nutzen
    Seine Stärke hat der W3 OMNI auf großen, durchgehenden Scheiben, Spiegeln, Glasfronten, Wintergärten. Kleinteilige Sprossenfenster oder Türen mit vielen Unterbrechungen sind nervig, weil man ständig umsetzen muss und der Roboter häufiger in Grenzbereichen herumtüftelt.

Vortex-Waschstation

Das Highlight ist ganz klar die Vortex-Waschstation. Ich werfe das verschmutzte Pad samt Rahmen oben in die Station, drücke auf Waschen – und nach rund einer Minute kommt das Pad sauber und mit sinnvoller Restfeuchte wieder raus.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI Vortex Wash 686x800 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

Innen arbeiten rotierende Bürsten mit hoher Drehzahl, zusätzlich wird mit mehreren Düsen Wasser aufgesprüht und über einen Schaber wieder abgeführt. Das Ergebnis ist deutlich besser, als wenn man das Pad mal eben unter dem Wasserhahn auswringt – und vor allem muss ich mich nicht mehr mit schwarzem Schmodder an den Händen beschäftigen.

Die Kehrseite: Die Pads sind fest verklebt, also kein „mal eben in die 60‑Grad-Wäsche“. Die Station soll die komplette Reinigung übernehmen. Das funktioniert im Alltag auch gut, man ist aber an dieses System gebunden.

Der WINBOT navigiert mit WIN‑SLAM 5.0, fährt seine Bahnen systematisch ab und erkennt Kanten und Rahmen zuverlässig. Die TruEdge-Technologie fährt einen ausfahrbaren Schaber an den Rahmen, der die Ränder gezielt schrubbt – das sieht im Sichtfenster der Station fast schon nach Laborgerät aus, funktioniert aber.

Zur Sicherheit: Das Gerät hängt über Unterdruck an der Scheibe. Ein Akku sorgt dafür, dass er bei Stromausfall nicht sofort runterfällt, sondern noch eine gewisse Zeit an der Scheibe klebt. Zusätzlich gibt es das Sicherheitsseil. Gerade bei Außenflächen in Höhe beruhigt das.

Lautstärke und Handling

Laut Hersteller liegt der WINBOT im mittleren 60er-dB-Bereich. In der Praxis: Deutlich hörbar, aber kein Presslufthammer – man kann sich im selben Raum normal unterhalten.

Was man nicht unterschätzen darf, ist das Gewicht und Volumen der Station. Wer von Fenster zu Fenster durchs Haus läuft, merkt die Kilos mit Wasser schnell – für eine Etage oder einen Wintergarten ist das okay, für zig kleine Fenster über mehrere Stockwerke hinweg eher nervig.

Fazit

Der ECOVACS WINBOT W3 OMNI ist für mich der erste Fensterputzroboter, bei dem die Idee „möglichst wenig selbst machen“ auch beim leidigen Thema Padpflege halbwegs konsequent durchgezogen wurde. Ich setze den Roboter an die Scheibe, lasse ihn seine Bahnen ziehen, schmeiße das Pad in die Station und muss mich um das Thema Reinigungstücher kaum noch kümmern.

ECOVACS WINBOT W3 OMNI Station mit Roboter 721x800 - Test – ECOVACS WINBOT W3 OMNI – Fensterputzroboter mit Waschstation

Seine Stärken:

  • Sehr komfortable Pad-Selbstreinigung in der Station
  • Saubere, nachvollziehbare Navigation
  • Gute Kantenreinigung im Vergleich zu älteren Modellen
  • Ordentliche Reinigungsleistung, gerade auf großen Glasflächen und stärker verschmutzten Fenstern
  • Flexibler Betrieb mit Kabel oder Akku, diverse Modi und App-Steuerung

Seine Schwächen:

  • Nicht komplett schlierenfrei in jeder Lichtsituation
  • Ecken bleiben, wie bei eigentlich allen Fensterrobotern, ein Kompromiss
  • Station groß und schwer, nichts für jemanden mit wenigen, kleinen Fenstern
  • Pads fest verklebt, also komplett auf die Station als Wascheinheit ausgelegt

Wenn du nur zwei kleine Küchenfenster hast, ist der W3 OMNI klar Overkill. Hast du aber viele Glasflächen, einen Wintergarten, große Fensterfronten oder einfach keine Lust (oder Möglichkeit), regelmäßig auf Leitern herumzuturnen, nimmt dir der WINBOT W3 OMNI einen spürbaren Teil der Arbeit ab. Aktuell liegt der Preis für den W3 OMNI bei 699 Euro: Media Markt, Otto oder Amazon.

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