Test – ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI – Saug- und Wischroboter

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Mit dem DEEBOT T90 PRO OMNI schiebt ECOVACS einen neuen Saug- und Wischroboter in die Mittelklasse, der auf dem Papier aber eher nach Oberklasse klingt. Nach mehreren Omni-Generationen im Dauereinsatz war ich entsprechend gespannt, ob ECOVACS die vielen Buzzwords wie „BLAST“, „PowerBoost“ und „Ozmo Roller 3.0“ in echte Vorteile im Alltag übersetzt – oder ob es am Ende nur Marketing-Gewitter bleibt.

Ich habe den T90 PRO OMNI bei mir durch die gewohnte Mischung aus Fliesen, Laminat, kurzflorigen Teppichen und ein paar Türschwellen geschickt – plus dem, was im Alltag eben so runterfällt: Krümel, Staub, etwas Sand von draußen und die üblichen „jemand hat wieder was verschüttet“-Flecken.

Lieferumfang

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Der T90 PRO OMNI kommt in einem recht großen Karton, in dem sich – wenig überraschend – vor allem die OMNI-Station mit ihren Wasser- und Staubbehältern breitmacht. Neben dem Roboter selbst liegen die Station mit Frisch- und Schmutzwassertank, Staubbeutel, die neue breite Wischwalze (Ozmo Roller 3.0), eine Seitenbürste, ein Reinigungswerkzeug und die üblichen Papierberge (Quick-Start, Sicherheitshinweise) bei.

Die Tanks der Station sind mit rund 4 Liter Frischwasser und etwa 2,2 Liter Schmutzwasser ordentlich dimensioniert, sodass man je nach Nutzung einige Tage Ruhe hat, bevor man wieder Wasser tauschen muss. Der Staubbeutel in der Station fasst rund 2,5 Liter Schmutz, was in meinem Szenario deutlich entspannter ist, als alle paar Tage den kleinen Staubbehälter am Roboter selbst zu leeren.

Positiv: Es liegt alles bei, was man zum Start wirklich braucht – es gibt keinen „Überraschung, die Hälfte ist optionales Zubehör“-Moment.

Erster Eindruck

Optisch bleibt ECOVACS beim bekannten „runde Scheibe mit flacher Kuppel“-Design, verzichtet hier aber auf den klassischen LiDAR-Turm. Stattdessen sitzt vorne eine Kombination aus Mini-ToF-Sensorik und der AIVI-3D-4.0-Kamera für Navigation und Hinderniserkennung. Das macht den Roboter mit knapp unter 10 Zentimeter Höhe angenehm flach, was in meinem Setup bedeutet: Er kommt unter mehr Möbel als die Omni-Geräte mit Turm.

ECOVACS DEEBOT T90 OMNI Eindruck Roboter 800x800 - Test – ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI – Saug- und Wischroboter

Die Station ist im typischen OMNI-Stil gehalten: Sie saugt den Staubbehälter leer, wäscht und trocknet die Walze und kümmert sich um Frisch- und Schmutzwasser – also die komplette „ich fass das Ding möglichst wenig an“-Variante. Verarbeitung ist auf dem gewohnt hohen ECOVACS-Niveau, nichts knarzt, keine scharfen Kanten, das Kunststofffinish geht für die Preisklasse in Ordnung.

ECOVACS DEEBOT T90 OMNI Eindruck Station 800x539 - Test – ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI – Saug- und Wischroboter

Im Betrieb merkt man: Das ist kein flüsterleiser Bot, aber auch kein Ausreißer nach oben – die Lautstärke liegt im Rahmen dessen, was man von aktuellen Saug-/Wischrobotern mit hoher Saugkraft kennt. Wenn Saugen auf Max und Station (Absaugen, heißes Mopp-Waschen, Trocknen) zusammenkommen, hört man ihn deutlich, was aber bei vergleichbaren Geräten nicht anders ist.

Einrichtung

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Die Einrichtung läuft wie gehabt über die ECOVACS Home App: Roboter scannen, mit WLAN koppeln, Firmware-Update, ein paar Freigaben für Karte, Kamera & Co, und schon legt der T90 PRO OMNI seinen ersten Kartierungslauf hin. Durch die Hybrid-Navigation (Mini-ToF + AIVI 3D) fährt er relativ zügig durch die Räume und baut eine Karte auf, die man hinterher in Zimmer aufteilen, benennen und mit Bereichen (z.B. Küche, Wohnzimmer, Flur) versehen kann.

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Auffällig: Er braucht beim ersten Mal etwas länger, weil er sich gefühlt öfter „sortiert“, also kurz anhält, dreht, neu ausrichtet – logisch, ihm fehlt der 360-Grad-Blick eines Laserturms, das wird durch die Frontsensorik kompensiert. Das ist kein Drama, aber wer von einem Lidar-Bot kommt, merkt den etwas anderen Fahrstil.

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Die Einbindung ins WLAN (2,4 GHz) funktioniert unspektakulär, Sprachsteuerung via Alexa/Google ist möglich, wird aber klassisch über Account-Verknüpfung abgewickelt.

Einstellungsmöglichkeiten

ECOVACS erschlägt einen in der App wie üblich mit Optionen – im positiven wie im negativen Sinn.

Du kannst pro Raum Saugstufe und Wassermenge festlegen, entscheiden, ob er nur saugen, nur wischen oder beides kombinieren soll. Die Ozmo Roller 3.0 Walze läuft mit konstantem Frischwasser und dreht mit hoher Drehzahl, hier gibt es Einstellungen für Wischintensität und wie oft die Walze zur Station zurückfahren soll, um sich reinigen zu lassen.

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Ziemlich spannend ist das Zusammenspiel aus PowerBoost-Laden und Reinigungslogik: Der T90 PRO OMNI unterbricht längere Reinigungen, fährt kurz zur Station, lässt die Walze reinigen und lädt dabei mit erhöhter Leistung schnell nach – ein Verhalten, das man inzwischen bei vielen High-End-Kombi-Robotern sieht und das die Flächenleistung deutlich nach oben bringt. In Tests schafft er so große Flächen, ohne stundenlang am Stück laden zu müssen; die kurzen Zwischenstopps sind also eher Teil des Konzepts als ein echter Nachteil.

Dazu kommen Zonenreinigung, Sperrzonen, mehrstöckige Karten und die bekannte KI-gestützte Kamera mit Objekterkennung (Kabel, Schuhe, kleine Gegenstände). Wer möchte, kann sich sogar Bilder der erkannten Hindernisse in der App anzeigen lassen – Datenschutz-Fans müssen entscheiden, wie wohl sie sich damit fühlen.

Reinigungsleistung

Saugen

Auf dem Papier bringt der T90 PRO OMNI bis zu 30.000 Pa mit, was klar über vielen Vorgängermodellen von ECOVACS liegt. In der Praxis merkt man das vor allem auf Hartböden und normalem Kurzflorteppich: Krümel, Staub und auch schwerere Partikel werden sehr zuverlässig eingesaugt, oft schon im ersten Zug.

Die neue ZeroTangle-Bürste mit seitlichem Luftstromsystem ist tatsächlich ein Highlight: Staub, Flusen und längere Haare landen zum allergrößten Teil im Staubbehälter und wickeln sich deutlich seltener um die Walze. Das reduziert den „Bürste rausbauen und alles freischneiden“-Anteil im Alltag spürbar, auch ohne Haustiere im Haushalt.

Ecken und Kanten sind nicht seine Paradedisziplin. Er kommt ordentlich ran, aber Wunder sollte man nicht erwarten.

Wischen

Beim Wischen zeigt der T90 PRO OMNI aus meiner Sicht seine eigentliche Stärke. Die 27 cm breite Ozmo Roller 3.0 Walze deckt viel Fläche ab, rotiert schnell und wird kontinuierlich mit Frischwasser versorgt, während schmutziges Wasser in die Station zurückgeführt wird. In Kombination mit der Schmutzerkennung fährt er sichtbar verschmutzte Stellen gezielt mehrfach ab, anstatt nur „einmal durchzuwischen und weiter“.

Die Böden sind nach einem Durchgang sichtbar sauberer und streifenfrei, auch angetrocknete Flecken (Kaffee, Saft) bekommt er mit höherer Wischintensität weg. Die Randbereiche direkt an der Sockelleiste bleiben konstruktionsbedingt etwas zurück, weil die Walze nun einmal rund ist und nicht komplett bis an jede Ecke reicht, aber das ist systembedingt und kein spezielles T90-Problem.

Die Station spült die Walze mit heißem Wasser und trocknet sie anschließend, was in der Praxis sehr angenehm ist, weil man nicht jedes Mal eine nasse, muffige Walze in der Hand hat. Der Geräuschpegel beim Waschen/Trocknen ist dabei im üblichen Rahmen dessen, was Omni-Stationen mit Heißwasser- und Gebläsefunktion aktuell so liefern.

Die AIVI-3D-4.0-Kamera und der ToF-Sensor vorne machen insgesamt einen guten Job. Kabel, Schuhe, kleinere Gegenstände und andere Stolperfallen werden meist zuverlässig erkannt und umfahren, nur sehr kleine Objekte können im Einzelfall durchrutschen. In einem Test blieb ausgerechnet ein kleines Spielzeug unentdeckt, während sonst fast alles sauber erkannt wurde – ähnlich wirkt es im Alltag: hohe Trefferquote, gelegentlich ein Ausrutscher.

Fazit

Der ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI positioniert sich offiziell als Mittelklassemodell, liefert aber in vielen Bereichen eine Performance, die vorher eher den teureren OMNI-Geräten vorbehalten war. Für eine UVP um die 800 Euro bekommt man sehr starke Saug- und vor allem Wischleistung, eine komfortable All-in-One-Station und eine sehr gute Hinderniserkennung.

Ecken und Fugen bleiben eher durchschnittlich sauber, die Navigation wirkt durch das Hybrid-System ohne LiDAR-Turm gelegentlich etwas „suchend“, und man muss sich daran gewöhnen, dass der Roboter zwischendurch zur Station fährt, um Walze und Akku aufzufrischen – was am Ende aber hilft, große Flächen am Stück zu schaffen. Insgesamt bewegt sich der T90 PRO OMNI damit sehr im Rahmen dessen, was man von aktuellen Kombi-Robotern mit Omni-Station erwarten kann.

Kurz zusammengefasst – was mir gefallen hat:

  • Sehr starke Reinigungsleistung auf Hartböden und normalem Teppich
  • Wirklich gute Wischfunktion mit breiter Walze und heißer Selbstreinigung
  • Deutlich weniger Wartungsaufwand an der Hauptbürste dank ZeroTangle-Design
  • Gute Hinderniserkennung, umfangreiche App mit vielen sinnvollen Optionen

Was mir weniger gefallen hat:

  • Ecken/Fugen nur durchschnittlich, klassisches Rundroboter-Problem
  • Navigation manchmal etwas „suchend“ durch fehlenden LiDAR-Turm

Unterm Strich ist der T90 PRO OMNI kein Gerät, das man sich „mal eben“ kauft, sondern eine bewusste Entscheidung für ein recht komplettes Ökosystem aus Roboter und Station. Wer primär Hartboden, kurzflorige Teppiche und einen passenden Platz für die Station hat, bekommt ein fähiges Arbeitstier, das im Alltag viel Dreck wegputzt – und vor allem Zeit zurückgibt, in der man sich um spannendere Dinge kümmern kann.

Bei Media Markt kann man den T90 PRO OMNI aktuell für 669 Euro ergattern.

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